Selbsteinschätzung. Das womit die meisten Menschen die größten Probleme haben. Ob das nun die eigenen Fähigkeiten betrifft, oder das Auftreten.

Ich habe gestern ein wirklich beeindruckendes Video gesehen. Es ist zwar schon etwas älter, aber es handelt sich und eine Werbung von Dove.
In dem Video geht es darum, dass ein sehr talentierter Phantombild Zeichner Frauen einlädt, welche sich dann selbst beschreiben sollen. Er fertig eine Zeichnung an, ohne die jeweilige Person vorher gesehen zu haben. Danach kommt eine zweite Frau, und diese beschreibt die erste. Sie kennen sich nicht, haben sich aber vorher natürlich im Vorraum gesehen.

Schockierend, was dabei heraus kam. ALLE Frauen haben sich wesentlich hässlicher beschrieben als sie in Wirklichkeit sind. Hier das Video:

Nun kommen natürlich Fragen auf: Warum sind wir so unsicher? Warum nehmen wir uns selber ganz anders wahr als Fremde?

Ich denke, wir sind die meiste Zeit viel zu kritisch uns selbst gegenüber. „Meine Nase hat einen kleinen Höcker, die Hüften sind zu breit, die Haare nicht glänzend genug.“ Wir werten einfach zu sehr. Nie ist es genug oder man selber „perfekt“. Doch will ich wirklich perfekt sein? Ganz klares Nein! Kleine Fehler und Macken machen uns doch erst aus. Wir sind Individuen, keine Roboter. Anders sein ist keine Schande.

Schönheit und Aussehen – In unserer Gesellschaft wichtige Faktoren.
Ob das nun richtig oder falsch ist, sei mal dahin gestellt.

Doch wer hat eigentlich das Recht, jemanden als „hübsch“ oder „hässlich“ du deklarieren? Liegt so etwas nicht im Auge des Betrachters?

Klar, es gibt verschiedene Studien und Befunde, wann ein Gesicht als allgemein schön gilt. Aber nur weil die Masse etwas schön findet, ist es das dann auch automatisch?
-Leider ja.

Man will dazu gehören. Angesehen sein. „Rein passen“. Ein ganz natürlicher Impuls der Menschheit. In der Gruppe ist es immer sicherer und einfach als alleine. Doch zu welchem Preis das ganze? Die eigene Gesundheit in Gefahr bringen? Für die meisten Frauen heute gar kein Problem. Wir sind schon seit Anbeginn der Geschichte einem unsagbaren Druck ausgesetzte. Wer nicht schön ist, gehört nicht dazu. Man sagt ja nicht umsonst: „zu den Schönen und Reichen gehören“.

Einfach man selber sein und nicht auf den ganzen Humbug hören – leichter gesagt als getan! Wenn man in der Schule nicht die neuste Tasche hat, ist man gleich uncool. Bei unreiner Haut, ungepflegt. Und Gott bewahren, wenn die Schuhe nicht zum Oberteil passen.

Irgendwie geht da der Grundgedanke der Mode verloren. Für mich ist Mode eine Art, sich selber auszudrücken und zu verwirklichen. Sich in seiner und auch in der „zweiten Haut“ wohl zu fühlen, sich frei zu entfalten. Und keines Falls um sich in der Gesellschaft zu profilieren.
Jeder Mensch sollte sich so wohlfühlen wie er ist. Dann ist eben das Gesicht nicht hundert Prozent symmetrisch. Na und? Wenn man mit sich im reinen und zufrieden ist, kommt Schönheit von Innen und nicht vom neuen Prada Kleid.

Hier reden wir dann von der wahren Schönheit – your real beauty. In Designerkleidern kann ja jeder gut aussehen. Die Kunst ist es, im Müllsack zu glänzen. Charisma, Ausstrahlung, Persönlichkeit – viel wichtiger als eine gerade Nase oder anliegende Ohren. Diese Eigenschaften kann und sollte Mode unterstützten.

Mach dich selbest glücklich und du bist von alleine schön.

Stay beautiful xxx

Tally Louche